Heilbäder Methanas

  • Methana Volcanic Spa
    Methana Volcanic Spa - die Heilbäder Methana

    Die Heilbäder Methanas nutzen die Kraft der Vulkane. Aus etwa 6 km Tiefe kommen sie und bringen heilkräftige Mineralwässer an die Oberfläche...

Berühmt seit der Antike, heute vergessen und geschlossen!

Das klassizistische Heilbad Methana
Das klassizistische Heilbad Methana
Das klassizistische Heilbad Methana
Das klassizistische Heilbad Methana

Methanas Heilbäder und Thermalquellen sind seit der vorgeschichtlichen und antiken Zeit bekannt. In der Nähe der Kurstadt Methana wurde ein Heiligtum aus der Mykenischen Zeit entdeckt, das sich nur etwa 1 km oberhalb einer Bucht mit heilkräftigen Quellen befindet. Dort hat man auch Alaunsalze abgebaut, die man zur Wundstillung im Trojanischen Krieg genutzt hat.

In der Antike hat der römische Schriftsteller Pausanias die ersten Thermalbäder beschrieben, die sich wohl an der Stelle des heutigen Bads Agios Nikolaos befanden.
Auch im Mittelalter wurden die Quellen von den Bauern zu Linderung ihrer Leiden verwendet und in der Neuzeit wurden von bayerischen Architekten die Gebäude des klassizistischen Bads am Westteil der Kurstadt erbaut.

Einen Höhepunkt der Bäderkultur erreichte Methana vor dem zweiten Weltkrieg. Die Bäder wurden vom griechischen Königshaus und von vielen Ausländern besucht. Es gab ein Theater, ein Kasino und später Kinos. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Bäder modernisiert. Bis in die neunziger Jahre des vorgehenden Jahrhunderts war Methana ein beliebter und bewährter Kurort der Athener (ca. bis 2000).

Leider wurden in dieser Zeit, bis etwa 2004 die Heilbäder nicht ausreichend modernisiert und so führte die langsam beginnende Krise dazu, dass immer weniger Besucher die Bäder besuchten. In den letzten zwei Jahren wurden auch die Mittel der griechischen Krankenkasse IKA für die Thermalkur gestrichen und so blieben die (älteren) Gäste aus.

In der Zwischenzeit wurden die Heilbäder an private Pächter verpachtet. Durch bürokratische Hindernisse, mangelndes Eigenkapital und wohl auch wegen mangelnder Erfahrung wurde diese Chance nicht genutzt.

Seit Juni 2017 sind die Quellen & Heilbäder offiziell geschlossen und versiegelt. Nur das Hotel Ai Pigae, das eine eigene Quelle besitzt ist noch geöffnet, steht aber zum Verkauf.

Das ist wohl geschichtlich der Tiefpunkt der Geschichte Methanas. Zu verantworten haben das in erster Linie die Lokalpolitiker, die seit 3 Jahrzehnten nur ihre politische Klientel unterstützen, aber für neue Konzepte & Ideen verschlossen bleiben. Selbst ein ehm. Chef des griechischen Fremdenverkehrsamts, der aus Methana stammte, hatte total versagt.

Die Bevölkerung Methanas hatte sich zu sehr auf die Bädergäste verlassen und als dieser Markt einbrach, waren auch alle, die vom Fremdenverkehr abhingen, in der Krise.

Nur neue Konzepte, Modernisierung und ausländische (?) Investoren könnten Methanas alte Bedeutung zurückbringen. Diese Hoffnung ist weit entfernt. Nun sind die Bäder in das TAYPEΔ (griechisches Amt zur Verwaltung von Staatsimmobilien und deren Verkauf) übergegangen. Und, wenn etwas in staatlichen Besitz in Griechenland übergeht, ist es verloren...

Man erhoffte sich einen ausländischen Investor. Angeblich hatten Investoren aus Tschechien (?) Interesse gezeigt. Bis allerdings auch nur der erste Spatenstich getätigt werden kann, werden Jahre vergehen. Und inzwischen hört man von den Tschechen nichts mehr.

Und auf dem Weg zum Erfolg hat die griechische Bürokratie und Mentalität der vor Ort regierenden Politiker schon alles Vertrauen zerstört. 

Um die Bäder einigermaßen auf den Stand der Zeit zu bringen, sind mindestens 20-30 Millionen Euro nötig. Angeblich wollten die Tschechen auch ein Hotel bauen, um die Bettenkapaziät zu erhöhen.

Fakt ist: Für die nächsten 3-5 Jahre (optimistische Einschätzung) werden die Bäder entweder geschlossen sein, oder notdürftig geöffnet.

Wie in vielen (!!!) griechischen Regionen mit Thermalquellen (Lesvos, Euböa, Kythnos, Nisyros, Milos, etc.) hat man die Chancen, die Heilbäder und Wellness bringen, verschlafen.

Salzquellen

Bei diesen Quellen enthält ein Liter Heilwasser mehr als ein Gramm gelöster Stoffe. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Natrium und Chlor. Man unterscheidet außerdem unter Salzquellen und Chlorsalzquellen. Die Salzquellen enthalten mehr als 15 gr gelöster Stoffe, die Chlorsalzquellen entahlten dagegen weniger als 15 gr gelöster Stoffe. Sie enthalten aber viel Chlorgas. Diese Quellen finden Sie an der Ostseite der Kurstadt bei der Kapelle des St. Nikolaus.

Schwefelhaltige Quellen

Das Quellwasser dieser Quellen ist reich an gelösten Schwefelverbindungen. Die Thermalquellen von Methana sind eine Erscheinung, die nach der vulkanischen Aktiviität in Erscheinung trat. Die Thermalwässer entspringen den verschiedenen Quellen im Gestein Methanas. Sie kommen aus größerer Tiefe (oberer Erdmantel, bzw. Randbereich der aktiven Magmakammer unter Methana), wo sie aufgeheizt wurden und mit Mineralsalzen und Gasen bereichert wurden. Die Heilquellen gehören einer Qualität an, die in West- und Zentraleuropa nur an wenigen Stellen auftritt. Zu ähnlichen Quelltypen gehören auch die berühmten Kurstädte Spalato, Uriage, Oldeslae, Pyrmont und Nauheim. Diese Quellen finden Sie am Westeingang der Kurstadt beim klassizistischen Gebäude.

Saure Quellen

Kohlensäurehaltige Quellen gibt es vorallem beim Dorf Agios Nikolaos an der Nordostküste der Halbinsel Methana. Dort am Meer gibt es ein Becken in einer kleinen Hütte, in der sich das Wasser durch warme Kohlensäure erwärmt. Leider ist Kohlensäure schwerer als Luft und so sammelt sie sich über dem Becken. Es besteht akute Erstickungsgefahr und es hat bereits zwei Todesfälle gegeben. Das kohlensäurehaltige Wasser könnte heilkraäftig sein, wenn man für eine gute, sichere Luftzirkulation sorgen könnte. Das traditionell "Bad des Pausanias" genannte Bad kann man leider aus Sicherheitsgründen NICHT empfehlen.

Kohlensäure tritt an vielen Stellen der Vulkanhalbinsel aus dem Boden und sammelt sich in Zisternen und Brunnen. Früher hat man in Methana damit auch Mineralwasser hergestellt.

Stand 2020

Auch dieses Jahr ist ein verlorenes Jahr für Methana und die Region. Es ist nichts mehr aus Methana zu erfahren. Kein Konzept, kein Plan und erst recht keine Vision. Über die Heilbäder ist nichts zu hören. Eine Security-Firma bewacht die Heilbäder, damit ja keiner mal reinschaut und mitbekommt, wie alles vermodert und verfällt. Ein Schatz wird vernachlässigt. Jedes Jahr ohne Renovierung und Instandhaltung kostet später Unsummen. Man kann nicht verstehen, wie die Griechen - gerade in der Krise - ihre Schätze verkommen lassen. Das solch ein Staat pleite gehen muss, ist kein Zufall! Auch die Covid-19.Krise ist keine Entschuldigung, denn jetzt wäre es an der Zeit Konzepte zu entwickeln und alle einzubinden, die Methana seit Jahrzehnten helfen und die ihr Interesse an der Halbinsel gezeigt haben. Aber man will NUR Griechen. Mit der neuen rechtspopulistischen Regierung in Athen ist Nationalismus wieder "normal"! Die Griechen wollen unter sich bleiben.

Oktober 2019

Angeblich wollte der Landrat Patoulis die Heilbäder wieder eröffnen. Wann und wie ist nicht klar. Es ist auch nicht klar, wie viel Geld in die Restaurierung gehen muss. Gleichzeitig hatten angeblich Tschechen Interesse daran gezeigt, das alte Hotel, in dem die Militärangehörigen untergebracht waren, zu übernehmen und zu modernisieren. Angeblich sollte dann das Heilwasser per Rohrleitung in dieses Hotel befördert werden. Ob und wann das tatsächlich sein wird, weiß man nicht.

Egal, was passiert, eine "Entwicklung" zum Besseren wird mindestens 3-5 Jahre dauern und bis dann Marketingkonzepte greifen und erste Gäste nach Methana kommen, wird auch nochmal 2-10 Jahre dauern. Man sollte sich also so langsam schon mal Konzepte ausdenken, wie man bis dahin die lokale Wirtschaft OHNE die Heilbäder am Leben erhält!

Ich habe schon 2003 ein Konzept vorgestellt, das mit nachhaltigem Tourismus und OHNE die Heilbäder eine nachhaltige, positive Entwicklung der Halbinsel ermöglicht hätte.

2019 war ich dreimal in Methana (März, August und Oktober) und ich kann die Lage vor Ort nur als deprimierend beschreiben. Ob der neue Bürgermeister Spyros Pollalis und seine Gemeinderäte eine positive Entwicklung in die Gänge bringen können? Ich wünsche es Ihnen! Sein Vorgänger hat leider viele Probleme hinterlassen und es ist zu befürchten, dass seine politische Clique bei den nächsten Wahlen wieder die Macht übernimmt und alles wieder von vorne beginnt.

Aktuelles / 19 Juni 2017

Nach den Informationen von Takis Hatziperos sind seit dem 19 Juni 2017 zwei der drei Heilquellen Methanas offiziell geschlossen und werden nun vom griechischen Amt der Investitionsimmobilien verwaltet, bis sich ein Investor findet. Im Rahmen der Krise und des Schuldenabbaus, muss die griechische Regierung für den Schuldenabbau, staatseigene Immobilien verkaufen. Nicht betroffen ist die Quelle im Hotel & Heilbad Ai Pigae, welches aber auch privat zum Verkauf steht.

Webseite der griechischen Regierung über staatliche Immobilien, die zum Verkauf stehen.

Stand 13.11.2020: Bis heute ist nicht klar, ob und wann die Bäder wieder eröffnet werden. Traurig für einst so berühmte und heilkräftige Heilbäder! Und da fragt man sich noch, wieso Griechenland "pleite" ist? Wenn ein Land so mit seinen Naturschätzen umgeht und alles verrotten läßt, muss man sich nicht wundern!

Über diese Webseite

Diese Webseite habe ich schon 2006 als methana-volcanic-spa gegründet, um die Heilbäder zu unterstützen, die Brüder Papaioannou für 40 Jahre gepachtet hatten. Da ich keinerlei Unterstützung für diese Seite bekam, habe ich die Domain beendet und sie in methana.com integriert. Sie ist trotzdem weiterhin ein unabhängiges Medium, das über die Heilbäder informiert. Auch jetzt, da sie geschlossen wurden. Ob und wann sie wieder geöffnet werden und durch wen, ist ein Rätsel.