Land & Leute

Die Methaner

Jimmy und Takis an einer uralten Weinpresse in Vathy (c)Tobias Schorr
Jimmy und Takis an einer uralten Weinpresse in Vathy (c)Tobias Schorr

Methana ist eine typische Stadt der 60er und 70er Jahre in Griechenland und ihre Bewohner leben hauptsächlich von der Landwirtschaft (Oliven, Wein und Fischerei), Bauunternehmungen und einheimischen Fremdenverkehr. Früher war Methana für seine Heilbäder berühmt und beliebt. Leider blieb die Zeit auf Methana "stehen" und viele Entwicklungen wurden verpasst. Seit etwa 15 Jahren befindet sich die Halbinsel in einem stetigen Abschwung. Ideen, diesen durch nachhaltigen Fremdenverkehr zu beenden, wurden ignoriert oder von offizieller Seite eher behindert. Eine alternde Bevölkerung gibt den Ton an. Für sie ist es wichtiger, dass ein Betonweg zu ihrem Olivenfeld zementiert wird, als etwas für den nachhaltigen Tourismus zu schaffen. Jeder lebt für sich und sieht nur seine privaten Interessen. Es existiert kein Gemeinschaftssinn. Auch, wenn die Methaner eigentlich ruhige, gastfreundliche Menschen sind, so ist es wie überall in Europa - ausländische (zahlungskräftige) Gäste sind gerne gesehen, so lange sie nicht bleiben und sich dauerhaft ansiedeln und "einmischen". Neue Ideen sind nett, werden aber gerne schnell vergessen. Es werden immer Lokalpolitiker gewählt, die zum eigenen Clan gehören oder, die versprechen, Jobs im öffentlichen Dienst zu schaffen. Sind sie an der Macht, interessieren sie sich nur für EU-Gelder, die dann in Bauprojekten versickern, aber keine nachhaltige Entwicklung schaffen.
So ist der Anschluß an den Tourismus verpaßt worden, die Heilbäder sind nicht modernisiert und mit zeitgemäßen Einrichtungen versehen worden. Eine Zertifizierung der Heilquellen ist bisher nicht erfolgt. Somit schläft Methana vor sich hin. Mehr und mehr ziehen die Jugendlichen von Methana nach Athen oder gar ins Ausland. Der Abschwung ist kaum zu bremsen. Hotels und läden stehen leer. Die Saison beginnt Ende Juni und endet schon im September. Da lohnt sich kaum ein Laden, Café oder Hotel.

Viele Methaner sind enttäuscht oder verbittert und ziehen sich zurück. Die Krise begann in Methana nicht mit der EU-Daumenschraube, sondern schon in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Damals reichte es, dass die Patienten der griechischen Krankenkassen (IKA) für Heilkuren nach Methana kamen. Mit der Zeit wurden aber konkurrierende Bäderstädte beliebter (Loutraki, Ädipsos) und Methana bot nichts, was die anderen nicht auch (besser) konnten.

Das Interesse der meisten Methaner an den anderen Sehenswürdigkeiten ihrer Halbinsel war gering. Ein nachhaltiges Marketing der Halbinsel gibt es bis heute nicht. Und die Zusammenlegung der Gemeinde Methana unter dem Regierungsprojekt "Kapodistrias" mit Galatas, nahm Methana die letzten Chancen.

Die Gemeinde Galatas, die auch den Bürgermeister stellt, hat nur geringes Interesse daran, Methana touristisch zu vermarkten. Trotzdem wirtschaftet man so weiter, wie man es gewohnt ist.
Infrastruktur, die Touristen anziehen könnte, wird vernachlässigt und ignoriert (Nisakidisco, Heilbäder, Wanderwege, geologische und antike Sehenswürdigkeiten).

Konzepte zur nachhaltigen Entwicklung gibt es seit mehr als 20 Jahren, aber da sie nicht von Griechen stammen, werden sie ignoriert.

Gibt es eine Hoffnung für Methana?
Was hinterlässt die Genration der Geburtsjahre 1960-1970 den Kindern?
Welche Chancen haben die Jugendlichen auf Methana, wenn es keinen Fremdenverkehr gibt?
Ich liebe Methana und meine Freunde dort weiterhin und ich besuche Methana auch gerne, aber mich macht es traurig, dass man keine Entwicklung unterstützt und seine ausländischen Freunde (im "besten" Fall) ignoriert. Ich kämpfe seit 1986 für diese Region, die ein besseres Schicksal verdient hätte, aber auch meine Lebenszeit geht nicht unendlich. Irgendwann muss auch ich mein Engagement abbremsen, denn bisher war Methana mein "Thema Nr. 1".

Diese Webseite versucht, weiterhin Freunde für Methana zu finden, auch wenn die Offiziellen diese Webseite "kopieren" (www.methana.com.gr ist lächerlich...), Fotos davon verwenden und auch Vorschläge ignorieren. Sie könnte so leicht und ohne große Kosten auch der Gemeinde Galatas-Methana und damit allen Leuten vor Ort viele Vorteile bringen. Aber man ignoriert Leute, die professionelle Erfahrungen im Tourismus, dem Marketing haben und, die die Region perfekt kennen. Die Methaner haben einen "Botschafter" für ihre Heimat im Ausland, der seit 30 Jahren für sie Werbung macht... Mehr kann man für Methana nicht mehr tun.
Jeder ausländische Gast, der wegen dieser Webseite nach Methana kommt, ist eine kleine Hilfe für Methana. Vielleicht kann er die Methaner ermutigen? "Der stetige Tropfen höhlt den Stein..." Wenn die Leute sehen, dass es uns Ausländern auf Methana gefällt und, dass wir begeistert von der Natur und den Sehenswürdigkeiten sind, bringt es sie vielleicht eines Tages dazu, die Chancen des nachhaltigen Fremdenverkehrs zu erkennen und zu nutzen?