Unterseeischer Vulkan bei Methana

Unterseeischer Vulkanismus vor Methana

Nördlich (rechts im Bild) vom historischen Vulkan, der 270 v. Chr ausbrach, befinden sich in etwa 2 km Abstand im Meer die Krater eines unterseeischen Vulkanmassivs.
Nördlich (rechts im Bild) vom historischen Vulkan, der 270 v. Chr ausbrach, befinden sich in etwa 2 km Abstand im Meer die Krater eines unterseeischen Vulkanmassivs.

Der Saronische Golf ist seit seiner Entstehung durch häufige tektonische Bewegungen (u.a. Erdbeben) geprägt. Diese haben Störungen geschaffen, an denen das Magma einen Ausweg aus der Erdkruste findet. Dieses entstand durch die Subduktion der afrikanischen Platte unter der europäischen-kleinasiatischen Platte. In einer ringförmigen Zone (Ägäischer Inselbogen) kommt es an den Vulkangebieten Methana, Milos, Santorini und Nisyros an die Erdoberfläche und führt zu Vulkanausbrüchen (zuletzt 1950 auf Santorin).

Schon der antike, römische Schriftsteller Pausanias beschrieb heiße Quellen auf Methana, die in Folge eines Vulkanausbruchs (bezog er sich auf den Ausbruch von 270 v.Chr. oder auf einen jüngeren Ausbruch zu seiner Zeit um 100 n.Chr.?) erschienen.

Schon 1987 wurden an der Nordküste Methanas vulkanische Gesteine aufgelesen, die auf einen oder mehrere unterseeische Vulkanausbrüche vor der Nordwestküste der Halbinsel hinweisen.
Noch ist eine genaue Datierung dieser Gesteine und der damit erfolgten Eruptionen nicht erfolgt.

Aus diesem Grund wird der Meeresgrund vor der Küste Methanas von den deutschen und griechischen Geologen K. Haase, C. Beier (E-Mail-Adresse) (Friedrich Alexander Universität Erlangen) und Paraskevi Nomikou (Kapodistrias Universität Athen) erforscht. Ziel ist, herauszufinden, wann diese vulkanischen Tätigkeiten stattfanden und ob es noch Zeichen von Tätigkeit (z.B. heiße Quellen) gibt.

Mit dem Forschungsschiff R/V Poseidon wird mit modernster Technologie der Meeresgrund mit höchster Auflösung gescannt und damit eine Karte des Meeresgrundes erschaffen. Dabei wird auch der Meeresroboter (ROV) PHOCA des Meeresforschungszentrums "GEOMAR Helmholtz" verwendet, der auch geologische Proben vom Meeresgrund sammeln kann.

Bisher wurden ca. 200 Proben gesammelt, die Zeigen, dass der unterseeische Vulkan Pausanias aus mehr als 6 Eruptionszentern besteht, die zu unterschiedlichen Zeiten tätig waren. Einige waren von älteren Ablagerungen bedeckt, die ein Alter von mehreren zehntausend Jahren erwarten lassen. Einige waren mit jüngeren Eruptionsprodukten bedeckt, die ein sehr junges Alter erwarten lassen.

Unterseeische Ausbrüche nach dem historischen Ausbruch bei Kameni Chora um 270 v.Chr., zur Zeit von Pausanias und danach sind möglich! Möglicherweise beziehen sich die Erzählungen von Pausanias nicht auf den historischen Ausbruch von 270 v.Chr, sondern auf einen viel jüngeren Vulkanausbruch vor der Nordküste Methanas!

Die Untersuchungen werden das Alter der unterseeischen Ausbrüche erforschen und die Entwicklung des Vulkanismus im westlichen Teil der Ägäis, bzw. des Saronischen Golfs erklären.

Der Meeresroboter (ROV) PHOCA des Meeresforschungszentrums "GEOMAR Helmholtz", (c) Christoph Beier, FAU
Der Meeresroboter (ROV) PHOCA des Meeresforschungszentrums "GEOMAR Helmholtz", (c) Christoph Beier, FAU
Der Meeresroboter (ROV) PHOCA des Meeresforschungszentrums "GEOMAR Helmholtz", (c) Christoph Beier, FAU
Der Meeresroboter (ROV) PHOCA des Meeresforschungszentrums "GEOMAR Helmholtz", (c) Christoph Beier, FAU
Gesteiunsprobe, die dem Material der Vulkane an Land sehr ähnelt (Dazit). (c) Christoph Beier FAU
Gesteiunsprobe, die dem Material der Vulkane an Land sehr ähnelt (Dazit). (c) Christoph Beier FAU
Gesteinsprobe, die der Meeresroboter an den unterseeischen Eruptionspunkten sammelte. (c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Gesteinsprobe, die der Meeresroboter an den unterseeischen Eruptionspunkten sammelte. (c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Vulkanischer Felsen, in den sich ein Fischernetz verwickelt hat.(c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Vulkanischer Felsen, in den sich ein Fischernetz verwickelt hat.(c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Unterseeischer Felsen (etwas farbkorrigiert) der Fließstrukturen zeigt(?) Vulkanischer Felsen, in den sich ein Fischernetz verwickelt hat.(c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Unterseeischer Felsen (etwas farbkorrigiert) der Fließstrukturen zeigt(?) Vulkanischer Felsen, in den sich ein Fischernetz verwickelt hat.(c)GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel