Varkesa-Hochebene

Steinmauer aus den Resten antiker Bauwerke auf der Varkesa-Hochebene
Steinmauer aus den Resten antiker Bauwerke auf der Varkesa-Hochebene
Prähistorische, polygone Mauer
Prähistorische, polygone Mauer
Zisterne aus antiken Säulen
Zisterne aus antiken Säulen
Basis einer antiken Weinpresse
Basis einer antiken Weinpresse

Antike Weinpressen im Gebirge Methanas

Antike Weinpresse Varkesa
Antike Weinpresse Varkesa

Die Hochebene Varkesa befindet sich etwas oberhalb der Kaldera Stavrolongos und sie ist recht leicht über den grünen Wanderweg von Agios Panteleimonas oder bei der Abzweigung der Bergstrasse nach Kameni Chora zu erreichen.
Diese landwirtschaftlich bis vor 20 Jahren genutze Hochebene ist durch zwei sehr interessante, antike oder vorgeschichtliche Plätze besuchenswert.

Am nördlichen Ende der Hochebene gibt es eine auffällige, hohe Trockensteinmauer, die aus zahlreichen, antiken Bauresten besteht. An einer Stelle liegt sogar ein Felsblock mit den Resten antiker Schriftzeichen (könnte sein, dass er bei Ihrem Besuch schon von den Archäologen abgeholt wurde!). Hinter der Mauer gibt es zwei Zisterne. Die eine besteht aus antiken Säulen, die andere nur aus einem Stein mit einem Loch. Schon bevor man zu der Zisterne geht, kommt man an einer weiteren, antiken Säule vorbei und eine andere liegt an einer Mauer in der Nähe. Es sind nicht die Steinrollen, die man in jüngerer Zeit verwendet hat, um Lehmdächer nach Regen wieder dicht zu rollen, sondern es sind eindeutig Teile antiker oder vorgeschichtlicher Bauten.

Auch eine Weinpresse liegt im hinteren Bereich an einer anderen, antiken Mauer. Der Rest eines quadratischen Blocks mit zwei Löchern für eine Weinpresse liegt in der Nähe.

Geht man auf der Hochebene nach Süden, kommt man zu ein paar Kiefern. Unter ihnen findet man die Ruinen von Gebäuden und davor zwei auffällige Felsen, von denen der eine wie ein kleines Boot geformt ist. Dieser Stein gab der Hochebene ihren Namen "Varkesa" (="Boot").

Schon der deutsche Archäologe Michael DEFFNER berichtete 1912 von dieser Hochebene:

"Ungefähr 650m über dem Meere und 100m unterhalb der Spitze der Chelona liegen verschiedene Hochplateaus, die schon in uralten Zeiten menschliche Wohnungen getragen haben müssen. Denn, abgesehen von Werkzeugen aus Obsidian, welche die Bauern der umliegenden Weiler dort gefunden haben, und von den tausenden kleiner Scherben von alten Gefäßen, mit denen noch heute die Äcker besät sind, habe ich dort auch bedeutende Reste eines der ältesten Heiligtümer gefunden, von dem später noch die Rede sein wird.

Eine dieser Hochebenen heißt "Varkesa", das ist auf albanisch ein Platz, der eine Barke (Boot) hat. Eine Barke aber 2000 Fuß über dem Meere ist gar ein kurioses Ding, und namentlich, wenn man einem sagt, daß diese Barke von Stein ist.

Ich verlangte darum, zu ihr hinaufgeführt zu werden, und fand einen riesigen Trachytblock, 2,17m lang, 1,20m breit, bei der größten Höhe von 1,22m. In diesen Block ist mit unzulänglichen(?) Werkzeugen eine Rinne eingehauen, die 1,95m lang und am Ausfluß unten 0,20m, oben 0,30m breit ist. Nach der anderen Seite zu, wo sie ausgebaucht und geschlossen ist, hat sie unten eine Breite von 0,24m und oben 0,36m. Die größte Tiefe 0,30, ist an der breitesten Stelle, d.h. am Anfang, in der Mitte wird die Rinne seichter, 0,20m, und gegen Ausfluß zu wieder tiefer, 0,26m. Auf der Oberfläche des Steins ist rings um die Rinne eine seichte Vertiefung eingehauen, 0,66m im Durchmesser und ungefähr 0,22m tief. Gegen den Ausfluß zu ist eine weitere seichte Abglättung des Steines auf der einen Seite bemerkbar.

Es scheint demnach, daß die alten Bewohner Methanas diesen riesigen Trachytblock, so wie er bei einem der großen Erdbeben, welche die Halbinsel seit Jahrtausenden erschüttern, dorthin gefallen ist, mühsam bearbeitet und eine Ölpresse daraus gemacht haben, die ihnen gewiß auch als Weinpresse diente. Denn, wie heutigen Tages, so scheint schon im grauesten Altertum der Olivenbaum auf Methana gediehen zu sein, dessen Trachytboden ihm, sowie dem Mandelbaum, dem Johannisbrotbaum und dem wilden Birnbaum besonders zusagt.

Die Körbe, in denen man die Oliven oder Trauben sammelte, wurden auf die abgeflachte Stelle des Steines nahe beim Ausfluß gestellt und dann in den tieferen breiteren Teil der Rinne entleert. Dort wurden sie mit den Füßen ausgetreten. ΚΡΟΥΠΕΖΑΙ /KROUPESÄ hießen in altgriechischer Zeit die Holzschuhe, mit denen man die Oliven austrat, wie uns POLLUX VII 87 (κρουπέζια nach HESYCH) lehrt. Die Kerne und das ausgetretene Fleisch blieben ursprünglich in dem tieferen Teil der Rinne zurück, und das Öl floß, nachdem es die Steigung der Rinne in der Mitten überwunden hatte, in ein Gefäß ab."