DIE VULKANHALBINSEL METHANA IN GRIECHENLAND  
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Sonne, Meer, Heilbäder und Vulkane
Methanas Probleme Und Lösungsvorschläge

Die Entwicklung Methanas in den letzten 20 Jahren

Methana war zu Beginn des 20 Jahrhunderts ein beliebter Kurort der höheren Athener Schicht und zahlreicher ausländischer Besucher. Der kulturelle und ökonomische Aufschwung führte nicht nur zur Errichtung des noch heute sichtbaren klassizistischen Heilbads, sondern zur Schaffung eines lokalen Theaters, eines Kasinos und zahlreicher Hotels.

In Folge des 2. Weltkriegs und der nachfolgenden Bürgerkriegszeit war Methana aus wirtschaftlichen Gründen nur noch einer kleinen Schicht wohlhabender Griechen vorbehalten.
Durch den Marshall-Plan wurden die Heilbäder teilweise renoviert. Bis zu den 60er Jahren war Methana eine der wichtigsten Bäderstädte Südeuropas.
Methana war für viele Athener durch die Nähe zum Hafen Piräus leicht und ohne großen finanziellen Aufwand zu erreichen.

In den 70er Jahren wurde Methana „modernisiert“ und dabei fielen zahlreiche historischen Gebäude der Mode, Zementbauten ála Piräus/Athen zu errichten, zum Opfer.
Methana bekam ein Stadtbild das den Großstädten glich. Leider hat man bis heute nicht aus diesem Fehler gelernt und weiterhin setzt man auf Beton und zerstört z.B. so schöne Orte wie Vathy.

Mit der Entwicklung der konkurrierenden Kurstädte Loutraki, Ädipsos und Kyllini wurde ein modernes Angebot geschaffen, das Methana immer mehr Kunden raubte. Dadurch, dass die Heilbäder Methanas in staatlicher Hand waren und sich die griechische Fremdenverkehrszentrale gerade mal um die absolut notwendigsten Reparaturen bemühte, verpassten die Heilbäder eine zeitgemäße Gestaltung.

Der mäßige Service und fehlende, ergänzende Gesundheitsangebote führten nur noch eine Kundschaft ärmerer griechischer Patienten nach Methana. Mit den abnehmenden Einkünften der lokalen Unternehmer sank auch das Interesse am Angebot zeitgemäßer Kulturangebote oder an der Modernisierung der Unterkünfte.

Seit etwa 1986 ist ein deutlicher Abschwung der Besucherzahlen Methanas zu bemerken, der auch zur Abwanderung eines Großteils der aktiven Jugend in die Großstädte führte.
Der Konservatismus und das politische Klientel-Denken der Lokalen Administration zementiert den Abschwung Methanas, der auch Einfluss auf die Nachbarregion des Troizenischen Landes hat. 

Ursachen für den Abschwung Methanas:
  • Fehlende Orientierung der Entscheidungsträger lokal und beim Ministerium an zeitgemäßen Lösungen
  • Fehlende oder halbherzige Modernisierung der Heilbäder
  • Abbau kultureller Einrichtungen (z.B. Kinos)
  • Mangelhafter Service durch unerfahrenes Personal
  • Klienteldenken der politischen Entscheidungsträger
  • Mangelhaftes Engagement der lokalen Unternehmer und fehlende Investitionen
  • Keine Marketingpolitik, die sich an den zeitgemäßen Gegebenheiten orientiert
  • Wachsende Konkurrenz in Griechenland und Süd-Europa (z.B. Ungarische Heilbäder!)
  • Desinteresse an ausländischen Aktivitäten, Wissenschaftlern und Privatpersonen die für Methana aktiv sind und waren  

Wie kann man die Entwicklung zu Gunsten einer nachhaltigen Entwicklung Methanas steuern?

Methana hatte durch seine Lage, Natur , Geschichte und Heilbäder ideale Voraussetzungen, ein nicht nur für Griechenland interessanter Fremdenverkehrs- und Kurort zu werden.
Durch die Privatisierung und damit einhergehende Modernisierung hätte Methana eine neue Zukunft geschenkt werden können, die auch positiven Einfluss auf die gesamte Region „Troizenisches Land“ gehabt hätte.

Dadurch, dass Methana auf dem Stand der 70er Jahre geblieben ist, könnte man sich bei einem Neuanfang am modernsten Standard orientieren und die neuesten technischen Einrichtungen nutzen.
Die Entwicklung sollte sich nicht mehr an den 0-8-15-Leistungen der Krankenkassen orientieren, sondern eher an der Schaffung eines Angebots für Menschen, die ihre Gesundheit und ihr Äußeres pflegen wollen. Diese Klientel investiert in einen zeitgemäßen Service, der mit einem kulturellen Angebot, sowie den geeigneten Unterkünften kombiniert ist. 

Was ist zu tun?
  • Radikale Modernisierung der Heilbäder und der damit verbundenen Unterkünfte (Hotels)
  • Schaffung eines zeitgemäßen Service-Angebots für gesundheitsbewusste Kunden (nicht nur Patienten!)
  • Investition in die Ausbildung und Anstellung eines serviceorientierten Personals (Grundlage muss auch die Kenntnis von Fremdsprachen sein!)
  • Ausbau und Schaffung eines kulturellen Angebots (nicht nur) im Hauptort Methana (Kino, Theater, Museum, touristische Angebote).
  • Ein Marketing, das die gesamte Halbinsel umfasst und nicht nur auf die Heilbäder konzentriert ist!
  • Kooperationen mit in- und ausländischen Krankenkassen und Organisationen
  • Kooperation mit allen, die eine Entwicklung Methans auch in der Vergangenheit förderten
  • Stärkung privater Investitionen
  • Neu-Gestaltung des Stadtbilds (Restaurierung alter, historischer Bauten, Abriss hässlicher und ungenutzter Bausubstanz der 60er Jahre – z.B. Hotel Ghionis, Nisaki-Disco, etc.)
  • Entwicklung eines Konzepts zur Abfallbeseitigung
  • Planung erdbebensicherer Gebäude und eines Notfallkonzepts (evtl. Einrichtung einer lokalen Erdbebenstation!)
  • Schaffung eines Erste-Hilfe-Zentrums

 Fazit: Die Privatisierung der Heilbäder und die Übernahme durch die Brüder Papaioannou war eine kleine Hoffnung. Die ersten 6 Jahre sind vergangen, seitdem sie die Bäder übernommen haben. Auch, wenn bisher das Marketing deren schwächster Punkt ist, so kann man hoffen, daß sie sich in Zukunft wieder auf ihre Freunde im Ausland zurückerinnern und wir alle gemeinsam etwas für Methana tun können. Sie haben die materiellen Möglichkeiten, Werbung für Methana zu machen.  Methana hat in jüngster Vergangenheit viele wichtige Chancen verschlafen (z.B. die Olympiade von 2004) und es wäre wichtig, daß bald mal etwas getan wird.